Die Insel im Ozean des Todes

„Oma, mir tut der Hase so leid.“ Eine kleine Träne kullerte aus Elizas Augen, und sie schniefte traurig.

Die alte Löwin sah gerührt auf das Kätzchen. Ihre Enkelin war der Schatz ihrer alten Tage, und von Herzen dankte sie dem Großen Jäger, dass Er sie mit dem Trost der Ewigkeit gesegnet hatte.

„Weißt du, mir tut der Hase auch leid“, sagte sie zärtlich, während sie das Filetiermesser an ihrer Schürze sauberwischte. „Aber es ist unser Schicksal, sein Leben zu nehmen für das unsere, und es ist das seine, als Löwenspeise zu dienen.

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Der Tag des Bösen

„Mama, wieso ist das ein Feiertag? Das ist doch verrückt – warum feiern wir das Böse?“

Ch’tiagna sah von den Ausflugsvorbereitungen auf. Was für ein hübsches Kind mir doch geschenkt wurde, dachte sie. Und wie klug sie ist! Für immer würde sie dem Ton Der Stille danken für dieses Glück, ihrer kleinen Shurina als Mutter dienen zu dürfen.

„Ich freue mich, dass du fragst“, sang sie, und im melodischen Vibrieren ihrer Schnurrhaare lag ihre ganze Liebe für ihre Tochter. „Es darf nicht gelehrt werden an den Schulen, und auch die Eltern dürfen es erst sagen, wenn das Kind selbst es fragt.

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Schöpfungsstaub

Der alte Bär spürte, dass der Tag gekommen war. Die Kerzen flackerten, und ihr unruhiges Licht warf seltsame Schatten an die Höhlenwände.

Er rief nach seinem Jüngsten. „Da ist Eines, das ich dir noch sagen muss. Es muss leuchten durch die Zeit, denn ohne es bleibt nur Dunkelheit.“

Die Augen des kleinen Bären wurden groß. „Aber… ich… ich weiß doch gar nicht, ob ich es bewahren kann?“

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Seelenwanderer

Jede Energie strebt immer, sich zu manifestieren. Jedes Manifestierte aber strebt nach Entropie (“Maß für die Unkenntnis der Zustände aller einzelnen Teilchen”); und Entropie wiederum wird, je mehr sie zunimmt, Energie, und wieder reine Energie, sobald die Entropie unendliches Maß erreicht hat. Und der Kreislauf beginnt von vorn.

Ist es geworden, so muss es vergehen, sonst hätte es nicht werden können.

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Von Spinnen und Fliegen

Es gibt keine Wahrheit, sagen sie. Unser Denken erschafft unsere Realität, sagen sie. Die Wirklichkeit – nur eine willkürliche Übereinkunft der Menschen.

Sehen wir erstmal davon ab, dass diese “Übereinkunft” von Mächtigen aufgezwungen wird, und zwar zu deren Nutzen, nicht zu Ihrem. Woher kommt diese Ansicht, Wahrheit sei relativ, nichts wäre objektiv und alles wäre vom Denken des Betrachters abhängig?

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Sie lieben es, zu hassen

“Die Menschen”, sagte der alte Mann, “haben verstanden, dass es nur eine Kraft im Universum gibt. Sie ist der Ursprung von Allem und die Ursache von Jedem, und sie ist die Liebe.”

“Aber das ist doch gut!” riefen die Eichhörnchen, die Hasen und die Vögel. Sie saßen um das Feuer, und ihre Gesichter erstrahlten. Es machte sie immer glücklich, den Geschichten des alten Mannes zu lauschen, und es war ihnen dabei einerlei, dass sie die Einzigen geworden waren.

“Oh ja”, antwortete der Alte, aber es klang traurig.

“Doch Liebe kann nicht existieren ohne Freiheit, es ist einfach zu verstehen. Nur in Freiheit kann es Liebe sein.”

Er machte eine lange Pause, und die Tiere sahen eine Träne aus seinen gütigen Augen kullern. Hatte er gar geseufzt? Aber das Feuer prasselte so laut, sie waren sich nicht sicher.

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Beweise per Gedankenknoten

Falls es Gott gibt, und Er allmächtig ist, vermag Er einen Stein zu erschaffen, der so schwer ist, dass Er ihn nicht heben kann?

Und so einfach meint man, Seine Nicht-Existenz beweisen zu können.

Dabei ist es doch so: Die wahre Allmacht liegt vielmehr darin, den Stein jederzeit wieder leicht genug werden zu lassen. Oder Sich um so viel stärker, wie es nötig ist, den Stein wieder heben zu können.

Vielleicht ist ja Ihm manchmal Seine Allmacht langweilig? Vielleicht tut Er etwas, schwerer als Er, um mehr zu lernen… zu erfahren… zu erschaffen…

Uns Menschen vielleicht? Sind wir nicht auch Steine, die Er nicht heben kann? Wir nennen es Freiheit, doch dem Herrgott ist sie nur eine Last?

Jedoch eines Tages, wir sollten es nicht vergessen, wird jeder von uns wieder leichter sein, und Er wird uns heben in Seine Liebe.