{"id":823,"date":"2024-07-28T06:33:30","date_gmt":"2024-07-28T04:33:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mikambo.de\/?p=823"},"modified":"2024-07-29T06:42:06","modified_gmt":"2024-07-29T04:42:06","slug":"das-pflaster-der-feigheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mikambo.de\/index.php\/2024\/07\/28\/das-pflaster-der-feigheit\/","title":{"rendered":"Das Pflaster der Feigheit"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"427\" src=\"https:\/\/www.mikambo.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/buildings-1837028_640.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-824\" style=\"width:840px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.mikambo.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/buildings-1837028_640.jpg 640w, https:\/\/www.mikambo.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/buildings-1837028_640-300x200.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Wecker klingelt. \u201cGuten Morgen, B\u00fcrger CX-261298-A. Deine Schicht beginnt in 60 Minuten. Begr\u00fc\u00dfe einen neuen gl\u00fccklichen Tag in der besten aller Welten und danke der Regierung, die sich aufopferungsvoll um dich bem\u00fcht. Zusammen sind wir stark!\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Thomas w\u00e4lzt sich auf die andere Seite. Seit dem letzten Update hat das System sogar meinen Vornamen vergessen, denkt er. Und gestern war endlich die neue Version von Mortal Kombat herausgekommen, und er hat bis tief in die Nacht im virtuellen Raum die Zeit vergessen. Thomas schl\u00e4ft wieder ein.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\u201cB\u00fcrger CX-261298-A, dir werden 50 Credits von deinem Sozialkonto abgezogen. Du hast verschlafen, und musst deshalb die Morgengymnastik \u00fcberspringen, um noch rechtzeitig zum Dienst zu kommen. Beeile dich nun, um noch h\u00f6here Sanktionen zu vermeiden.\u201d Das Licht im Zimmer ist auf maximale Helligkeit gedreht, und aus der Stereoanlage dr\u00f6hnt mit voller Lautst\u00e4rke die Hymne der Partei. \u201cDie Verlorenen sind es nicht mehr, denn die gro\u00dfe Partei liebt sie sehr.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Verdammt, denkt Thomas. Muss ich schon wieder das Mittagessen ausfallen lassen, sonst kann ich heute abend nicht in den Cyberspace. Er qu\u00e4lt sich aus dem Bett und macht eine schnelle Katzenw\u00e4sche. Zu sp\u00e4t kommen w\u00e4re eine komplette Katastrophe. Der Vorarbeiter kennt kein Pardon, der schmei\u00dft ihn vielleicht sogar gleich raus. Und dann m\u00fcsste er vor die Mauern der Besch\u00fctzten Stadt, und dort herrscht ewiger Krieg, sagen die Nachrichten. Die Menschen m\u00fcssen dort um alles k\u00e4mpfen, und das gr\u00f6\u00dfte Problem ist, dass es keinen Treibstoff gibt und alles so weit auseinanderliegt. In der Besch\u00fctzten Stadt braucht man kein Fahrzeug, denn alles ist in Reichweite von 15 Minuten Fu\u00dfweg. Man muss auch immer das Gute sehen, denkt Thomas. Es k\u00f6nnte alles viel schlimmer sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Er ist fertig und will sich auf den Weg zur Arbeit machen. An der T\u00fcr seines Appartements h\u00e4lt er das Auge in den Scanner, doch das Schloss bleibt rot. Mist, was habe ich vergessen, \u00fcberlegt Thomas. Ach ja, das Pflaster. Dieses Pflaster ist ein Wunderwerk der Technik, jede Nacht ermitteln die medizinischen Autorit\u00e4ten die gerade kursierenden Viren und stellen eine ma\u00dfgeschneiderte Impfung zusammen, die dann mit einem in jeder Wohneinheit installierten Ger\u00e4t ausgedruckt und \u00fcber ein Pflaster mit Mikronadeln verabreicht wird. Thomas hastet ins Badezimmer, rei\u00dft die Folie ab und klebt sich das segensreiche Geschenk der Partei auf den Unterarm. Jeden Tag eine andere Stelle, das ist Vorschrift, aber wenn er alles richtig macht, wird er mit Musik belohnt: \u201cDie Verlorenen sind es nicht mehr, denn die gro\u00dfe Partei liebt sie sehr.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Die Steuerungsrunde tritt zusammen. Andreas wird wie jeden Tag von einem Hochgef\u00fchl erfasst, als das System nach dem Augenscan ihm die T\u00fcr zum Konferenzsaal \u00f6ffnet. Ihn hat man erw\u00e4hlt, im Komitee f\u00fcr Produktionsplanung die Ziele festzulegen. Diese verantwortungsvolle Aufgabe erfordert ein sehr hohes Ma\u00df an Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Daten der k\u00fcnstlichen Intelligenz, welche die Besch\u00fctzte Stadt steuert. Fr\u00fcher glaubte man, man k\u00f6nnte sogar alles dieser KI \u00fcberlassen, aber ohne ein kreatives Begreifen geht es einfach nicht. Dieser Winter, als es Gummi-Enten in H\u00fclle und F\u00fclle gab, aber keine M\u00fctzen und Schals\u2026 Nur die Besten werden auserw\u00e4hlt, als menschlicher Korrekturfaktor dienen zu d\u00fcrfen, und sie erhalten daf\u00fcr eine Reihe von Verg\u00fcnstigungen. Verg\u00fcnstigungen, die Andreas l\u00e4ngst nicht mehr missen will. Die gro\u00dfe Wohnung, der j\u00e4hrliche Ausflug an die K\u00fcste, das bessere Essen. Zwar gibt es auch f\u00fcr ihn an 6 Tagen der Woche Insektensubstitut, aber Sonntags, Sonntags gibt es echtes Fleisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vorsitzende des Steuerungskomitees er\u00f6ffnet die Runde. \u201cFreunde, es gibt hervorragende Nachrichten. Die neue Roboter-Generation ist endlich einsatzf\u00e4hig. Wir werden damit eine Produktivit\u00e4tssteigerung von 27,8 Prozent erreichen und k\u00f6nnen auf 15 Prozent der Arbeiter ab sofort verzichten.\u201d Alle applaudieren. Andreas aber wundert sich, er ist noch nicht so lange dabei, von einem Verzicht auf Arbeiter hat er noch nicht geh\u00f6rt. Was bedeutet das?<\/p>\n\n\n\n<p>Andreas meldet sich zu Wort. \u201cWie wird die Reduktion der Arbeiter ausgef\u00fchrt?\u201d fragt er sch\u00fcchtern. Die anderen am Tisch schmunzeln wissend, und der Vorsitzende erkl\u00e4rt: \u201cNun, die Arbeitsziele werden genau berechnet um soviel hochgesetzt, wie die neue Robotergeneration die Warenproduktion erh\u00f6ht. Und der Arbeiter, der diese Ziele nicht erreicht, darf in das Paradies des ewigen Schlafes, in seinem morgendlichen Pflaster findet er dann dieses letzte Geschenk der Partei. Das ist ganz einfach.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Ein kalter Schauer \u00fcberl\u00e4uft Andreas. \u201cAber, ist das nicht Euthanasie? Ich dachte, wir bei der Partei stehen f\u00fcr alle Verlorenen ein?\u201d Auf die Miene des Vorsitzenden tritt ein \u00e4u\u00dferst ver\u00e4rgerter Zug. \u201cH\u00fcte deine Zunge. Nur Faschisten begehen Euthanasie. Willst du mir etwa sagen, dass unsere Partei der Liebe faschistisch ist? Nein, wir haben nur das gro\u00dfe Ganze und das Wohl aller im Sinn. Dass daf\u00fcr Opfer gebracht werden m\u00fcssen, ist leider unvermeidlich, so bedauerlich das f\u00fcr den Einzelnen sein mag.\u201d Andreas erschrickt. Um Gottes willen, wenn ich mir den Zorn dieses m\u00e4chtigen Mannes zuziehe, dann lande ich wieder in der Produktion. Und muss die neuen Ziele erf\u00fcllen. \u201cIch bitte um Verzeihung\u201d, sagt Andreas. \u201cNiemand tut so viel Gutes f\u00fcr die Menschen wie die Partei der Liebe, daran kann es keinen Zweifel geben. Ich habe mich sehr ungl\u00fccklich ausgedr\u00fcckt, bitte vergeben Sie mir. Und danke f\u00fcr die Erkl\u00e4rung, nun habe ich es verstanden.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Thomas ist gl\u00fccklich. Er war noch rechtzeitig zum Dienst gekommen, und Peter hat ihm in der Mittagspause ein Kunstbutterbrot zugesteckt, das ihm geholfen hat, den Nachmittag einigerma\u00dfen \u00fcber die Runden zu bringen. Jetzt noch Abendessen, sagt sich Thomas, und dann wieder in den Cyberspace und alles vergessen. Mortal Kombat hat mit der neuen Version enorm gewonnen, besonders gef\u00e4llt Thomas, dass man nun eine Gilde gr\u00fcnden kann und gemeinsam mit Freunden auf die Jagd nach den b\u00f6sen Terroristen gehen kann. Thomas will es zum Leiter einer Gilde bringen, er freut sich schon darauf, wenn alle seine Freunde ihn daf\u00fcr bewundern werden. Hastig schlingt er den Madenburger herunter und st\u00fclpt sich das Headset \u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vorsitzende ruft ein Menu im Interface auf. So etwas zu denken, ist schon schlimm genug, aber wenn dieser Kerl noch nicht einmal den Mund halten kann, dann ist er bei uns \u00e4u\u00dferst fehl am Platz. Er w\u00e4hlt den Befehl aus und autorisiert sich.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Andreas am Abend den Augenscanner vor seiner Wohnung verwendet, bleibt das Schloss rot. \u201cB\u00fcrger BQ-749254-T, die Partei hat dir ein neues Quartier zugewiesen, um deinen Bed\u00fcrfnissen besser gerecht zu werden. Bitte begib dich umgehend zu den Koordinaten, die dein Hirn-Implantat gerade in dein Sichttfeld einblendet. Du erh\u00e4ltst dort weitere Instruktionen zu deinen neuen Aufgaben. Deine pers\u00f6nliche Habe wird umgehend dorthin geliefert, und vergiss nicht, die Partei hat immer nur dein Bestes im Sinn.\u201d Aber Andreas wei\u00df es auch so, was seine neuen Aufgaben sind, die Koordinaten zeigen in das Quartier der Fabrikarbeiter, und es ist weiter als 15 Minuten zur Fabrik von seiner bisherigen Wohnung, also muss er nat\u00fcrlich umziehen, damit sein Arbeitsweg nicht das Klima vergiftet. Als er sich zum Gehen wendet, singt die KI: \u201cDie Verlorenen sind es nicht mehr, denn die gro\u00dfe Partei liebt sie sehr.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Der Wecker klingelt, und Thomas ist gleich wach. Was f\u00fcr ein wundervoller Abend das gestern war, seine neugegr\u00fcndete Gilde ist gleich auf Platz 127.761 eingestiegen. Da es insgesamt schon am Tag nach dem Update \u00fcber 3 Millionen neu gegr\u00fcndete Gilden gab, ist das eine gro\u00dfartige Leistung, findet er. Thomas versp\u00fcrt wieder das Hochgef\u00fchl seines Erfolgs, und mit frischer Energie startet er hochmotiviert in den neuen Tag, so viel Spa\u00df hat ihm die Gymnastik schon lange nicht mehr gemacht. Auch das Pflaster vergisst er nicht, aber als er l\u00e4chelnd den Augenscan benutzt, \u00f6ffnet sich das Schloss seiner Wohnungst\u00fcr trotzdem nicht. Thomas kann nicht zur Arbeit. \u201cB\u00fcrger CX-261298-A, der Scan hat ergeben, dass du erkrankt bist. Bitte bleibe heute zu Hause, ich informiere deine Arbeitsstelle\u201d, sagt die KI mit freundlicher Stimme.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt, als die KI ihn darauf hinweist, merkt Thomas, dass er sich tats\u00e4chlich ein wenig unwohl f\u00fchlt. Seltsam, denkt er. Vorhin ging es mir doch noch so gut. Egal, ich kann in den Cyberspace, viele sind bei der Arbeit, da werde ich mich bestimmt prima hochleveln. Doch als er den Helm aufsetzen will, beginnen seine Ohren zu pfeifen, und erst sieht er alles verschwommen, und dann wird alles schwarz.<\/p>\n\n\n\n<p>Thomas \u00f6ffnet die Augen. Was war das? Wo bin ich? Aus den Schatten l\u00f6st sich eine Gestalt und tritt vor ihn hin. Es ist eine wundersch\u00f6ne junge Frau, doch sie tr\u00e4gt gro\u00dfe, gl\u00e4nzende Fl\u00fcgel auf ihrem R\u00fccken. Jetzt wei\u00df ich es, denkt Thomas. Das ist ein neues Level in Mortal Kombat, ich habe es geschafft, ich bin endlich aufgestiegen! \u201cNein\u201d, sagt der Engel. \u201cDas hier ist kein Spiel. Ich bin ein Bote und begleite dich in die Ewigkeit.\u201d Da versteht Thomas. Er ist gestorben, und was die Partei erz\u00e4hlt hat, stimmt alles gar nicht. Nat\u00fcrlich gibt es Engel und das Leben nach dem Tod, und hier bin ich nun, gr\u00fcbelt er. Aber dann f\u00e4llt ihn eine Angst an, denn er wei\u00df, er wird jetzt gerichtet werden. \u201cAch Bl\u00f6dsinn\u201d, sagt der zauberhafte Engel. \u201cWelches Urteil sollte f\u00fcr die Ewigkeit gelten? Nein, ich m\u00f6chte wissen, was du gelernt hast, und was du besser machen willst.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Thomas \u00fcberlegt. \u201cIch habe alle Vorgaben der Partei befolgt. Ich habe immer mein Bestes getan, so wie es von mir verlangt wurde. Ich wei\u00df nicht, was ich \u00e4ndern m\u00fcsste.\u201d Der Engel seufzt. \u201cSch\u00f6n, du willst nichts anders machen, das habe ich mir schon gedacht. Aber was hast du gelernt?\u201d Thomas f\u00e4ngt z\u00f6gernd an, von seiner Gilde zu erz\u00e4hlen, aber schon bald findet er keine Worte mehr. Wie sollte ein Engel auch den Cyberspace verstehen?<\/p>\n\n\n\n<p>\u201cGenug\u201d, sagt der Engel. \u201cDiese kindischen Spiele sind nur Zeitvertreib und im Licht der Wahrheit Gottes vollkommen l\u00e4cherlich. Doch ich anerkenne, dass du ein guter Freund f\u00fcr deine Kameraden im Spiel immer gewesen bist. So oft hast du sie getr\u00f6stet, und ihnen neue Tricks gezeigt. In deinem Herzen ist doch noch Liebe geblieben, das freut mich. Aber warum hast du ein Leben in Ketten gew\u00e4hlt?\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Mit einem Mal f\u00e4llt Thomas seine Kindheit wieder ein. Das war vor der Errichtung der Besch\u00fctzten Stadt, und einmal, da war er mit Mama und Papa an den See gefahren \u2013 den See, der heute von Terroristen besetzt ist, wie es die Nachrichten sagen. Und Thomas wei\u00df nicht, warum, aber er beginnt zu weinen. \u201cWas h\u00e4tte ich tun sollen? Wer den Befehlen nicht folgte, dem ging es schlecht. Und \u00fcberall hie\u00df es, nur wer der Partei ein treuer Diener ist, der wird mit dem Paradies belohnt, und dass das Paradies auf Erden sei, und jeder es erreichen k\u00f6nne, wenn er nur richtig dient. Und zuerst war es doch auch sehr sch\u00f6n in der Besch\u00fctzten Stadt, aber die Terroristen haben soviel \u00c4rger gemacht, deshalb mussten die Produktionsziele immer weiter versch\u00e4rft werden und immer mehr Einsparungen waren n\u00f6tig. In den Nachrichten wurde doch alles ganz genau erkl\u00e4rt! Also habe ich, wie wohl alle, darauf gehofft, dass die Terroristen endlich besiegt werden k\u00f6nnen, und es dann wieder so sch\u00f6n wird wie zu Beginn. Alles andere w\u00e4re doch verr\u00fcckt gewesen, verstehst du das nicht?\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Der Engel nimmt Thomas an die Hand und fliegt mit ihm zum See. Da sieht es Thomas mit eigenen Augen. Die haben Kinder dort, die kommen in der Besch\u00fctzten Stadt doch nur noch aus der Genmanufaktur! Und sie bauen Gem\u00fcse an und halten Vieh. Ja, es ist alles furchtbar dreckig und m\u00fchsam und man ist in st\u00e4ndiger Gefahr durch die Drohnen der Regierung. Aber die Menschen dort sind frei.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201cEs sind Rebellen, keine Terroristen\u201d, sagt der Engel. \u201cSie gef\u00e4hrden das Meinungsmonopol der Partei, deshalb werden sie so hart bek\u00e4mpft. Damit denkfaule und feige Leute wie du nicht merken, wie sehr man Euch um das Heiligste betr\u00fcgt: Um die Freiheit, die dir die Seele Des Universums verliehen hat, als der Samen deines Vaters das Ei deiner Mutter erweckte.\u201d Eine der Drohnen, die dem Lager am See zu nahe gekommen ist, ger\u00e4t pl\u00f6tzlich ins Trudeln. \u201cDie Freiheit findet immer einen Weg. Die Rebellen haben Jammer konstruiert, mit denen sie die Kommunikation der Drohnen mit der Zentrale st\u00f6ren k\u00f6nnen\u201d, erl\u00e4utert der Engel. \u201cIch finde das sehr lustig. Sie gaukeln der Drohne eine andere Realit\u00e4t vor, und machen mit ihr genau das Gleiche, das die Partei mit Euch tut. Nimm die eigene Medizin, sozusagen.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Thomas schluchzt nun, als w\u00e4re er wieder ein kleiner Junge. \u201cIch wusste es nicht, warum wusste ich es nicht? Ach, ich w\u00fcrde so gerne auch dort am See leben, aber nun ist es zu sp\u00e4t.\u201d Der Engel legt behutsam einen Fl\u00fcgel um das H\u00e4uflein Elend. \u201cMan sagt, der Weg zur H\u00f6lle sei mit guten Vors\u00e4tzen gepflastert. Aber an guten Vors\u00e4tzen ist doch gar nichts auszusetzen \u2013 es sind Faulheit und Feigheit, aus denen dieser Weg gemacht ist. Du musst verstehen, wer sich nicht reinen Herzens um seine ihm verliehene Freiheit bem\u00fcht, der wird sie verlieren. Denn Freiheit ohne gerechtes Ziel wird zerst\u00f6rerisch, und zuletzt muss sie sich selbst vernichten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201cVersprich mir, dass du mindestens das lernen willst, dann werde ich ein gutes Wort beim Gro\u00dfen Freund f\u00fcr dich einlegen.\u201d Mit diesen Worten steigt der Engel auf, zu seiner Heimat im Reich der Sterne.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201cWie kann ich es lernen, bitte sage es mir\u201d, ruft Thomas dem Engel hinterher. Doch der Engel antwortet nicht mehr.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Catriona\u00b0 feat. 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