{"id":723,"date":"2023-05-02T07:10:59","date_gmt":"2023-05-02T05:10:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mikambo.de\/?p=723"},"modified":"2023-05-02T18:48:34","modified_gmt":"2023-05-02T16:48:34","slug":"der-letzte-seiner-art","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mikambo.de\/index.php\/2023\/05\/02\/der-letzte-seiner-art\/","title":{"rendered":"Der Letzte seiner Art"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"359\" src=\"https:\/\/www.mikambo.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/space-g5078c9b45_640.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-724\" srcset=\"https:\/\/www.mikambo.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/space-g5078c9b45_640.jpg 640w, https:\/\/www.mikambo.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/space-g5078c9b45_640-300x168.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>\u201cIch bin der Letzte meiner Art. Ich lege Zeugnis ab \u00fcber die Geschichte meines Volkes. M\u00f6ge sie Licht sein f\u00fcr andere, in ihrem Wunder, aber auch in ihren Fehlern.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Es hatte 7 Wochen gedauert, bis die KI die Sprache der Fremden entschl\u00fcsselt hatte, aber der Kapit\u00e4n dr\u00fcckte sofort die Stopp-Taste und sah seinen ersten Piloten an. \u201cNa, das ist aber mal ein Fund. Dieser Datenkristall ist beschlagnahmt und kraft meiner Autorit\u00e4t erkl\u00e4re ich ihn zur h\u00f6chsten Geheimhaltungsstufe, bis er der Akademie f\u00fcr historische Zivilisationen \u00fcbergeben ist.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Die Besatzung war hocherfreut, denn dergleichen kam selten vor. Es bedeutete Heimaturlaub! H\u00f6chste Geheimhaltung, das hie\u00df n\u00e4mlich auch, dass unverz\u00fcglich die n\u00e4chste Admiralit\u00e4t des Raumkommandos anzusteuern war, und in diesem Fall war die einzig zust\u00e4ndige eben auf der Heimatwelt des Forscherteams. Volltreffer!<\/p>\n\n\n\n<p>Aber die Eile und Geheimhaltung hatten einen guten Grund, man hatte in der Vergangenheit sehr schlechte Erfahrungen damit gemacht, arch\u00e4ologische Entdeckungen solcher Natur, dem Aufstieg und Niedergang raumfahrender Spezies, zu fr\u00fch an die \u00d6ffentlichkeit zu bringen. Als man das erste Mal etwas Derartiges gefunden hatte, war es eine Sensation gewesen und breit durch die Presse gegangen. Aber es war von einer Spezies gewesen, die \u00c4onen \u00fcberdauert hatte, und diese eigentlich wundersch\u00f6ne Nachricht \u2013 weil man so viel lernen konnte von dieser Spezies \u2013 hatte einen unerwarteten paradoxen Effekt hervorgebracht. Die allgemeine \u00d6ffentlichkeit war zu der Ansicht gekommen, dass wohl jede raumfahrende Spezies Millionen Jahre leben w\u00fcrde, und \u2026 lie\u00df sich gehen. Flei\u00df und Mut wurden auf einmal als r\u00fcckst\u00e4ndig angesehen. \u201cMan muss doch das Leben auch genie\u00dfen, und wir haben ohnehin jede Menge Zeit\u201d, das war der Trend, den niemand vorhergesehen hatte. Und es war wirklich Spitz auf Knopf gewesen, um ein Haar h\u00e4tte sich ihre Zivilisation damals selbst vernichtet. \u201cDas Universum gibt keine Garantien\u201d, wurde in der Zivilisation des Kapit\u00e4ns einer der gefl\u00fcgelten Spr\u00fcche jener Tage, und als man dann sp\u00e4ter ein Zeugnis einer rasant an ihrer eigenen Dummheit verloschenen Kultur entdeckte, und begriff, wie knapp man der Katastrophe des Endes der Art entronnen war, da wurde das Studium historischer Zivilisationen einer der wichtigsten Forschungszweige der Arch\u00e4ologie.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Der Kapit\u00e4n zog sich in seine Kaj\u00fcte zur\u00fcck. Als oberster Vertreter der Admiralit\u00e4t an Bord besa\u00df er trotz seiner Befehle weiterhin Zugang f\u00fcr den Kristall, allerdings beschr\u00e4nkt auf die Zeit, in welcher sich das Objekt in seinem Besitz befand, und mit der Auflage, es umgehend und ohne Verz\u00f6gerung weiterzugeben. Aber es w\u00fcrde eine Weile dauern, bis man die Heimatwelt erreicht haben w\u00fcrde, und bis dahin, beschloss der Kapit\u00e4n, w\u00fcrde er die Erz\u00e4hlung des Fremden zumindest ein wenig weiter anh\u00f6ren. Im Allgemeinen fand er Kristalle dieser Art zwar langweilig, und ohne umfangreiche psychohistorische Vorbildung war es sowieso unm\u00f6glich zu erkennen, woran letztlich die Zivilisation zugrundegegangen war, und welche Lehren f\u00fcr die eigene daraus zu ziehen waren. Sicher, die Fremden erz\u00e4hlten immer viel, ein schwarzes Loch war schuld, eine Supernova, sonstwas, aber die waren eben immer befangen. Deshalb war, um zu verstehen, was tats\u00e4chlich eine Zivilisation ausgel\u00f6scht hatte, ein umfangreiches Studium erforderlich, und selbst damit blieben immer sehr viele Fragen offen. Naja, die Akademie wird es schon richten, dachte der Kapit\u00e4n, und ich wei\u00df, dass ich niemanden vom Inhalt des Kristalls erz\u00e4hlen darf, noch nicht einmal auf meinem Totenbett, und diesen Eid nehme ich sehr ernst \u2013 und es w\u00e4re eben doch m\u00f6glich, dass ich eine sehr wichtige Information finde. Der Kapit\u00e4n rief das Interface des Kristalls auf den Bildschirm und w\u00e4hlte die Fortsetzen-Option.<\/p>\n\n\n\n<p>Der in statischem Bild eingefrorene Fremde aus der untergegangenen Zivilisation erwachte auf dem Bildschirm wieder zu Bewegung und fuhr mit seiner Erz\u00e4hlung fort:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201cMein Volk ist sehr alt geworden, und es ist nur gerecht, dass es hier und heute endet. Wir haben viele W\u00fcrfel gefunden in den Jahrmillionen, aber keine andere Kultur wurde so alt wie wir, jedenfalls nicht nach den Zeugnissen, die wir gefunden haben. Trotzdem wussten wir schon seit drei Jahrhunderten, dass unser Ende bald kommen w\u00fcrde, und haben deshalb bereits damals mit der Erstellung dieses W\u00fcrfels begonnen. Milliarden von Leben sind in ihm gespeichert, und wir hoffen sehr, dass er den Wesen nach uns helfen kann, ebenso alt zu werden wie wir. Oder noch \u00e4lter.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Der Kapit\u00e4n pfiff durch die Z\u00e4hne. Zu gerne h\u00e4tte er gewusst, ob im Museum der Akademie f\u00fcr historische Zivilisationen ein \u00e4lteres und vollst\u00e4ndigeres Gesellschaftsmuster gespeichert war, aber so oder so, diese Sache sah wirklich nach einem echten Knaller aus. Er sollte doch besser mit der Admiralit\u00e4t abstimmen, ob er vorab bereits mit der Erforschung beginnen durfte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201cIch will ganz offen mit Ihnen sein\u201d, sagte der Admiral. \u201cEs wird 5 Monate dauern, bis Sie hier sind. Aber ich wei\u00df nicht, ob wir noch soviel Zeit haben. Die Radikalen haben unbemerkt schon vor einigen Jahren eine wichtige politische Schaltstelle unterwandert, und jetzt sieht es so aus, als w\u00fcrde der Plan der v\u00f6lligen Abschottung unseres Sternensystems tats\u00e4chlich sehr bald umgesetzt. Wir beide wissen, dass das der Tod unserer Spezies sein wird, daf\u00fcr gibt es viele Belege in den Kristallen, die wir gefunden haben. Aber die Radikalen interessieren sich nicht f\u00fcr Forschung. Und doch setzen sie sich im Volk durch, vielleicht, weil sie die Neigung zur Faulheit unterst\u00fctzen, ich wei\u00df es nicht. Jedenfalls, wenn dieser Schirm hochgezogen wird, bevor Sie zur\u00fcck sind, werden wir es nie mehr erfahren, was der Fremde aus dieser uralten Zivilisation uns sagen k\u00f6nnte. Bitte erforschen Sie den Kristall, und ich erteile hiermit Freigabe, dass Sie nach Ihrem Ermessen Besatzungsmitglieder f\u00fcr diese Aufgabe hinzuziehen d\u00fcrfen.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Subraum-Gespr\u00e4ch dachte der Kapit\u00e4n lange nach. Er w\u00fcrde auf jeden Fall den Kartographen brauchen, ohne die lokalen Gegebenheiten eines Sternensystems konnte man die Entwicklungen innerhalb einer Gesellschaft nicht verstehen, und um diese Sternensysteme zu identifizieren, w\u00fcrde er den Kartographen dringend an seiner Seite haben m\u00fcssen. Das m\u00fcssen Hunderte von Sternensystemen sein, die diese Wesen bewohnt haben, \u00fcberlegte der Kapit\u00e4n, und wir m\u00fcssen wissen, wie sie es wieder und wieder geschafft haben, die Herausforderungen all dieser Systeme zu meistern. Und nur der Kartograph w\u00fcrde diese Welten finden und ihre Daten abrufen k\u00f6nnen. Au\u00dferdem entschied der Kapit\u00e4n, den Chefprogrammierer zu beauftragen \u2013 die \u00dcbersetzung fremder Sprachen war eine sehr knifflige Angelegenheit, und falls dabei etwas schiefging, w\u00fcrde nur der Programmierer die KI mit neuen Parametern versorgen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das kleine Forscherteam tauchte in eine l\u00e4ngst vergangene Zeit ein. Die Geschichte der fremden Wesen war au\u00dferordentlich spannend und faszinierend, aber auch erschreckend. So alt waren sie geworden, aber in den ersten vier Wochen des Studiums des Kristalls drehte sich darin alles um eine Zeit, als die Spezies noch, in galaktischem Ma\u00dfstab, ein Baby gewesen war. Denn damals war es nur um Haaresbreite gewesen, und die Spezies des Erz\u00e4hlers w\u00e4re ausgel\u00f6scht worden. Den drei Forschern lief es wieder und wieder eiskalt \u00fcber den R\u00fccken, wenn der Erz\u00e4hler haarklein von den furchtbaren Greueln jener Zeit berichtete. Sie konnten es nicht verstehen, warum die Spezies sich gegenseitig so grausam zerfleischt hatte, und das f\u00fcr Jahrtausende.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch die Begr\u00fcndung, die der Erz\u00e4hler f\u00fcr diese Massaker gab, war von einer Art, die alle drei sofort zur \u00dcberzeugung brachte, dass das eine der Ausfl\u00fcchte sein m\u00fcsse, wie man sie schon den Kindern in der Schule erkl\u00e4rte. Der Erz\u00e4hler behauptete, die Spezies w\u00e4re unterwandert worden von getarnten Invasoren, und die h\u00e4tten an all dem Schuld gehabt. Es war offenkundiger Bl\u00f6dsinn, denn wie jeder wusste, und wie sich aus jedem jemals gefundenen Kristall ergab, kam alles Wissen erst mit der n\u00f6tigen Reife der Seele zu einem Volk, und da es darum ausgeschlossen war, dass raubmordende Wesen zu einem fremden Planeten reisen k\u00f6nnten, um dessen Bev\u00f6lkerung umzubringen, war es v\u00f6llig klar, dass dieser Mythos der Fremden nichts weiter als ein Unverm\u00f6gen war, sich den eigenen Fehlern zu stellen. Wie es eben sehr verbreitet war, und wie es eben die Geschichte fast jeder Zivilisation besagte.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotzdem legte der Kapit\u00e4n sein Veto ein, als die anderen auf sp\u00e4tere Zeitr\u00e4ume zugreifen wollten. Das sei alles nichts Ungew\u00f6hnliches, meinten sie, dort, in der Fr\u00fchzeit der Fremden, w\u00fcrde auf keinen Fall der Grund f\u00fcr die Langlebigkeit jener Kultur zu finden sein. Aber der Kapit\u00e4n blieb stur. \u201cIch will wissen, warum der Erz\u00e4hler dieser Epoche soviele Daten gewidmet hat. Und ich glaube nicht, dass eine so alte Kultur wie die seine noch sehr anf\u00e4llig f\u00fcr Ausfl\u00fcchte war. Ich m\u00f6chte euch beide erinnern, dass der Hochmut der Feind jeden Wissens ist. Nur weil etwas noch nie geschehen ist, so k\u00f6nnte es morgen doch passieren. Niemand kennt alle Gesetze des Obersten Richters.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Und bald darauf wurde es interessant. Sehr interessant. Die Fremden, so h\u00f6rten die Forscher, hatten die Invasoren auf ihrer Welt nicht nur \u00fcberwunden, sondern f\u00fcnftausend Jahre sp\u00e4ter sogar deren Ursprungswelt entdeckt und dort intensive Ausgrabungen durchgef\u00fchrt. Die r\u00e4uberischen Invasoren hatten sich tats\u00e4chlich selbst vernichtet, wie es jeder Spezies ohne gutes Herz droht; und der Trupp der Invasoren, der auf der Welt der Fremden gelandet war, und sie mit fortschrittlicher, der Spezies des Erz\u00e4hlers zu jener Zeit weit \u00fcberlegener, Technik unter eine brutale und grausame Herrschaft gebracht hatte, war tats\u00e4chlich von diesem Volk einer l\u00e4ngst untergegangenen Kultur auf deren erst viel sp\u00e4ter arch\u00e4ologisch erforschten Ursprungswelt ausgegangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies war umso erstaunlicher, da \u2013 im Einklang mit den kosmischen Gesetzen \u2013 die Invasoren die interstellare Raumfahrt gar nicht beherrscht hatten, sondern mit einem sehr altert\u00fcmlichen Antrieb zur Welt der Fremden gekommen waren, welche die einzige war, die sie mit ihrem schneckenlahmen Raumschiff erreichen konnten. Die Invasoren waren au\u00dferdem eigentlich Rebellen, die geflohen waren, weil sie zuhause Verfolgung f\u00fcrchten mussten, und Leute von bravem Herzen, aber als Jahrhunderte sp\u00e4ter die Verbindung zu ihrer Heimatwelt abriss, und sie begriffen, dass sie nun ganz alleine im Universum waren, da war der Teufel in ihre Seelen gekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf perverse Art r\u00e4chten sich die Invasoren daraufhin an den Fremden, zu deren Spezies der Erz\u00e4hler geh\u00f6rte. Sie versuchten, den Obersten Richter zu bestrafen, weil ihr Volk vergangen war, und die Spezies des Erz\u00e4hlers war das einzig verf\u00fcgbare Opfer f\u00fcr solchen Wahn. Und hinzu kam, dass unter den Invasoren die verr\u00fcckte Idee popul\u00e4r wurde, ihre Zivilisation neu entstehen zu lassen, und daf\u00fcr den Planeten der Fremden derart umzugestalten, wie einst die Heimatwelt der Invasoren gewesen war. Und dass dabei die Spezies des Erz\u00e4hlers aussterben w\u00fcrde, war unvermeidlich, und w\u00e4re ja auch um ein Haar geschehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Erz\u00e4hler schloss dieses Kapitel der uralten Geschichte seiner Spezies ab: \u201cWir hatten sehr gro\u00dfe M\u00fche, uns der Bedrohung der Invasoren zu entledigen, und erst als wir die Tragik der Invasoren verstanden, dass sie allein auf unserer Welt gestrandet waren, und ihnen die Freundschaft anboten und unsere Hilfe dabei, eine andere Welt zu finden, die f\u00fcr die Invasoren besser geeignet w\u00e4re, als die unsere, kam es zu einem Waffenstillstand. Die Invasoren behielten trotzdem ihre Macht \u00fcber uns, und eben dies war das Problem, warum niemand uns zu Hilfe kommen konnte. Die Invasoren hielten nicht nur unsere Spezies, sondern auch das gesamte Leben auf unserer Welt als Geisel gefangen. Und deshalb konnte keines der galaktischen Geschwisterv\u00f6lker etwas tun, wir mussten uns selbst befreien. Ich werde hier nicht erz\u00e4hlen, wie wir die Invasoren wieder losgeworden sind, Sie finden es in den beigef\u00fcgten Daten, und ohnehin muss das jeder, der in eine solche Situation geraten w\u00fcrde, selbst f\u00fcr seine spezifischen Gegebenheiten neu erforschen. Aber ich will sagen, was unser gr\u00f6\u00dftes Problem dabei gewesen ist \u2013 wir waren dem Hochmut verfallen, dass niemand im Universum uns \u00fcberlegen sein k\u00f6nnte, und deshalb hat es Jahrhunderte gedauert, bis wir erstmals \u00fcberhaupt versucht haben, die Invasoren unter uns aufzusp\u00fcren, und selbst als man es endlich zu erforschen begann, wurden die ersten Pioniere dieser Kunst verlacht und verspottet.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Der Kapit\u00e4n hatte einen dieser Momente, in welchem der Urgrund des Universums aufrei\u00dft und das glei\u00dfende Licht der Sch\u00f6pfungskraft hindurchbricht. \u201cNiemand wird mir glauben\u201d, dachte er. \u201cAber vielleicht ist dieser Datenkristall eine F\u00fcgung. Ein Wink der Gro\u00dfen Mutter, und Ihre Hoheit w\u00fcnscht zu wissen, ob nicht auch wir l\u00e4ngst dem Hochmut zum Opfer geworden sind?\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Die Dinge hatten auf ihrer Welt nat\u00fcrlich v\u00f6llig anders gelegen. Weil man bereits die interstellare Raumfahrt beherrschte, schien die Vorstellung noch absurder, dass man von Invasoren unterwandert worden sein k\u00f6nnte. Aber dann hatte man unter strengster Geheimhaltung Brillen entwickelt, mit denen jeder die Formwandler von Alpha Centauri sofort identifizieren konnte, und der Kampf hatte begonnen, obwohl es danach immer noch au\u00dfergew\u00f6hnlich schwierig gewesen war, die Kommandostrukturen der Centauren auszuschalten, ohne dass sie die Selbstzerst\u00f6rung des Planeten ausl\u00f6sten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Kapit\u00e4n und der Admiral trafen sich pers\u00f6nlich erst, als die Ereignisse um den Kampf gegen die Formwandler-Invasoren schon Jahre zur\u00fccklagen. \u201cIch begreife es bis heute nicht\u201d, sagte der Admiral. \u201cWie konnten Sie es wissen? Junge Junge, diese Medienkampagne damals gegen uns, sogar ein Disziplinarverfahren hat man uns angeh\u00e4ngt. Und ich gestehe, bis heute wei\u00df ich nicht, warum Sie nicht auf die L\u00fcgenpropaganda der Invasoren hereingefallen sind, ich habe Ihnen zwar vertraut, aber ich habe keine Ahnung, warum. Was hat Ihnen damals diese Sicherheit der Seele gegeben, sich gegen die Meinung fast aller anderen zu stellen?\u201d Der Kapit\u00e4n sch\u00fcttelte den Kopf. \u201cIch kann es selbst nicht sagen. Aber die jahrmillionenalte Spezies des Erz\u00e4hlers hatte ein Sprichwort, und es hat mich nicht mehr losgelassen: Hochmut kommt vor dem Fall.\u201d<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201cIch bin der Letzte meiner Art. Ich lege Zeugnis ab \u00fcber die Geschichte meines Volkes. 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