{"id":703,"date":"2023-03-31T08:05:09","date_gmt":"2023-03-31T06:05:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mikambo.de\/?p=703"},"modified":"2025-04-13T07:01:17","modified_gmt":"2025-04-13T05:01:17","slug":"die-kapelle-am-ende-der-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mikambo.de\/index.php\/2023\/03\/31\/die-kapelle-am-ende-der-welt\/","title":{"rendered":"Die Kapelle am Ende der Welt"},"content":{"rendered":"\n<p>Geschafft! Sie hatte die Wahl zum Ortsvorstand in der Tasche, der Anruf war noch vor dem Fr\u00fchst\u00fcck gekommen. Das war der Weg in den Landtag, nur noch ein paar Jahre Arbeit vor Ort, und sie wusste schon, in welchem Bereich sie sich engagieren w\u00fcrde. Sie k\u00fcsste ihre kleine Lena auf die Stirn und fl\u00fcsterte ihr in die, vor Aufregung um das bevorstehende Wiedersehen mit ihren Freundinnen im Kindergarten, rot geschwitzten Mause\u00f6hrchen. \u201cWarte nur ein Weilchen, liebe Lena, dann sitzt Mama im Landtag und wir beide werden die Welt bereisen\u201d. Ferne L\u00e4nder erforschen und fremde Kulturen kennenlernen, das war ihr gro\u00dfer Traum, schon von Kind an. Und mit dem Geld, das sie im Landtag verdienen w\u00fcrde, w\u00fcrde sie endlich die M\u00f6glichkeit dazu haben. Als alleinerziehende Mutter k\u00f6nnte sie in allen Ferien in Elternzeit gehen, und zusammen mit Lena die Welt erkunden. Dr. Sylvia Peperkorn, MdL \u2013 wie es sich schon anh\u00f6rte. Sylvia h\u00e4tte die ganze Zeit jauchzen k\u00f6nnen vor Freude, und gleich nachdem sie Lena im Kindergarten abgegeben hatte, rief sie den Parteisekret\u00e4r an, um mit ihm die n\u00e4chsten Aktionen im Fl\u00fcchtlingsheim zu besprechen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Alles war dunkel um ihn. Mbeke erwachte aus einer tiefen Ohnmacht. Wo bin ich nur, dachte er. Und wie konnte all das geschehen? Gestern noch war der Bus gekommen, wie es der Reisef\u00fchrer versprochen hatte. Stolz hatte er beim Einsteigen das Victory-Zeichen gemacht \u2013 wie hatten sie ihn ausgelacht, als er gesagt hatte, er w\u00fcrde nach Europa gehen. \u201cDein letztes Geld verpulverst du an diese Betr\u00fcger, du wirst schon sehen, da kommt kein Bus, nur dein Geld ist weg.\u201d Aber der Bus kam. Nachdem sie 12 Stunden gefahren waren, hielt der Bus mitten in der W\u00fcste an einer verlassenen Scheune. Raus, hie\u00df es, und die Schrotflinten des Busfahrers und seines Assistenten machten daraus einen unmissverst\u00e4ndlichen Befehl. Bald nachdem der Bus in der Ferne verschwunden war, vernahmen sie das tiefe Grollen eines schweren LKW-Motors. Ein Transporter kam heran, und von der Ladefl\u00e4che sprang ein Trupp finsterer Gestalten, der die Fl\u00fcchtlinge umringte und sofort mit Peitschen auf sie einzupr\u00fcgeln begann.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201cSie hat es wirklich drauf, findest du nicht?\u201d Malte vom Tagblatt stupste seinen Kollegen an. \u201cDu t\u00e4uscht dich\u201d, sagte der. \u201cIch glaube, sie wei\u00df wirklich, wovon sie spricht und es ist ihr tats\u00e4chlich ehrlich damit. Sie wei\u00df, wie sehr diese Menschen leiden, und sie will ihnen helfen. Das ist nicht nur Show, oder einstudierte Pose, sie will sich wirklich f\u00fcr diese Menschen einsetzen. Und ich finde, sie hat recht. \u00dcberleg mal, wie schafft man es eigentlich, auf dem selben Planeten mit Leuten zu leben, die ein so entsetzliches Schicksal erleiden m\u00fcssen? Und vor allem, sogar mit den Leuten, die solch entsetzliche Schicksale&nbsp;<em>bereiten<\/em>? Manchmal frage ich mich, warum ich mich nicht schon l\u00e4ngst erschossen habe, es ist so unertr\u00e4glich, hier zu sein und woanders ist diese grausame und unbeschreibliche Qual.\u201d Malte verstummte. So hatte er sich die Sache noch nie angesehen. Er hatte immer geglaubt, Dr. Peperkorn w\u00fcrde die ganze Nummer mit ihrem Mitleid f\u00fcr die Fl\u00fcchtlinge nur vorspielen, weil sie auf diesem Ticket in den Landtag einziehen wollte. Aber jetzt, als ihm mit den Worten seines Kollegen zum ersten Mal in Wahrheit klar wurde, was die Berichte von Sklavenm\u00e4rkten und Organh\u00e4ndlern auf den Routen der Fl\u00fcchtlinge tats\u00e4chlich bedeuteten, da gewann er einen anderen Blick auf den Auftritt der Politikerin und ihren flammenden Appell an die Menschlichkeit und N\u00e4chstenliebe.<\/p>\n\n\n\n<p>Tagelang hatte man Mbeke und seine Kameraden in ein dunkles Verlies gesperrt, und sie durften nur hinaus, um von den M\u00e4nnern des Sklavenh\u00e4ndlers gefoltert zu werden. Man griff dabei meist zu Elektroschocks, denn die \u201cWare\u201d sollte zwar seelisch gebrochen, aber k\u00f6rperlich intakt bleiben. Schlie\u00dflich, mit einem gebrochenen Bein schleppt niemand einen Zementsack, egal wie sehr man auf ihn einschl\u00e4gt. Aber ob in der Seele des Tr\u00e4gers die H\u00f6lle aufgegangen, und Vernunft und Liebe gestorben w\u00e4ren, das ist dem Zementsack egal. Und so verrichteten die Folterknechte routiniert ihr Werk. Bis zur Auktion in ein paar Tagen w\u00fcrden alle diese M\u00e4nner und Frauen l\u00e4chelnd vor den K\u00e4ufern stehen m\u00fcssen. Denn wer einen aufs\u00e4ssigen Eindruck machte, wurde von niemandem gekauft, und das w\u00e4re ein finanzieller Verlust, denn man hatte den Fl\u00fcchtlingsschlepper im Voraus bezahlen m\u00fcssen und ohne Garantien, aber es war auch so anstrengend und l\u00e4stig, die \u00dcberreste verschwinden zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mbeke begriff sehr schnell, und auf einmal war er den anderen Dorfbewohnern dankbar f\u00fcr ihre Warnungen vor den Betr\u00fcgern. Er ergab sich sofort in sein Schicksal, und so dauerte sein Martyrium unter den Elektroden der grinsenden Schl\u00e4ger k\u00fcrzer, und es blieb ihm das schlimmste Schicksal der meisten seiner Mitgefangenen erspart. Man hatte Mbeke die Manneskraft belassen, aber viel wichtiger noch, in seiner Seele glomm noch immer ein Funken der Freiheit und der Sehnsucht nach dem Gl\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Mbeke wurde f\u00fcr 400 Dollar verkauft. Wo waren die 2500 Dollar hin, die Mbeke an den Reisef\u00fchrer bezahlt hatte? Aber Mbeke hatte keine Tr\u00e4nen mehr. Das Leben ist ungerecht, Gott ist ungerecht, und alle Menschen sind b\u00f6se Tiere, so dachte er nun. Doch es kam der Tag, da blitzte auch f\u00fcr ihn wieder die Sonne durch die Wolken. Zuerst war da dieser Jeep, und die bleiche Frau mit einem Fotoapparat, und dann kamen sie wieder mit der Polizei. Mbeke erhielt sogar eine Entsch\u00e4digung aus dem beschlagnahmten Verm\u00f6gen des Plantagenbesitzers. H\u00e4tte er zwar gewusst, dass die Polizisten sich die f\u00fcnffache Summe abgezweigt hatten, w\u00e4re er wohl sehr w\u00fctend gewesen. Aber diese Entsch\u00e4digung reichte f\u00fcr das n\u00e4chste Schlauchboot nach Europa.<\/p>\n\n\n\n<p>Endlich, Lenas erster Schultag. Sylvias Mutterherz schlug h\u00f6her. Lena sah so h\u00fcbsch aus, und im Kindergarten hatte man in den Abschiedsbrief geschrieben, dass Lena hochbegabt sei. Sylvia w\u00fcrde alles f\u00fcr ihre Tochter tun und liebte sie mit jeder Kraft ihres Seins. Der Chauffeur klingelte, Lena rannte zur T\u00fcr. Und nat\u00fcrlich gab es dann an der Schule eine Menge Rummel, denn alle im Ort waren sehr stolz, dass Dr. Peperkorn, MdL sich ihre Heimatverbundenheit bewahrt hatte. Die Presse war auch da, aber von dieser Seite drohte keine Gefahr. Die Zeitungen schrieben schon seit l\u00e4ngerem sehr freundlich \u00fcber Sylvia, sie wurde inzwischen als f\u00fcr ein Ministeramt geeignet angesehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit Mbeke die Tabletten nahm, wurde das Leben ihm jeden Tag noch mehr verwaschener und grauer. Nach dem Wutanfall im Sozialamt hatte man ihn zum Psychiater geschickt. \u201cIch brauche keine Pillen\u201d, hatte Mbeke den Psychiater angeschrien. \u201cIch brauche Frau, Haus, Auto!\u201d Doch mit den Tabletten waren die Wutanf\u00e4lle schnell besser geworden, und heute, nach drei Monaten der Einnahme, war alles abgestumpft in Mbeke.<\/p>\n\n\n\n<p>Tief in ihm aber brodelte immer noch der gleiche Hass, den die Sklavenh\u00e4ndler ihm zugef\u00fcgt hatten, dieser Hass war nur, sozusagen, unter einem Pillendeckel gefangen. Und eines Tages kam dieser Fatzke in seinem Sportwagen, gegelt und mit einer Zigarette in der Hand. Eigentlich war es nur ein Vertreter auf dem Weg in die Arbeit, und der Sportwagen eine biedere C-Klasse. Aber Mbeke sah den Teufel selbst am Lenkrad sitzen, und endlich verstand er es. All dieses Getue von den Leuten hier verdeckte nur, dass sie noch schlimmer waren als die anderen, bei denen hatte man zumindest gewusst, woran man war, und sie zeigten es mit ihren Peitschen, aber was die, die ihn nun hier kontrollierten, eigentlich wollten, das hatte Mbeke nie verstehen k\u00f6nnen, doch jetzt, jetzt wusste er es, sie w\u00fcrden den Teufel auf seine F\u00e4hrte setzen, und er w\u00fcrde es ihnen zeigen m\u00fcssen, dass sie dem Teufel niemals w\u00fcrden verraten d\u00fcrfen, wo er lebte, denn sonst\u2026 ja, was sonst? Er griff das Schlachtermesser und ging in die Schule des Ortes, grimmig und entschlossen. Wenn sie das Blut ihrer Kinder sehen, dann werden sie es nicht wagen, mich an den Teufel zu verraten, dieser Gedanke war \u00fcberm\u00e4chtig in ihm geworden.<\/p>\n\n\n\n<p>Sylvia war zwei Stunden gestiegen, in gutem Tempo und ohne Pausen. Die Schlagzeile heute morgen im Tagblatt war die letzte gewesen, die sie sich noch antun w\u00fcrde. Sylvia erreichte die einsame Kapelle am Steilhang noch lange vor Sonnenuntergang. Sie hatte die Kapelle bisher immer nur aus der Ferne gesehen, aber heute ging sie hinein, um ein wenig zu rasten vor dem letzten Schritt. Sylvia setzte sich auf eine Bank und entdeckte, dass es eine Kapelle zu Ehren von Maria war. Und all die Bilder von M\u00fcttern mit Kindern im Arm brachten ihr den furchtbaren Schmerz sofort wieder zur\u00fcck. Aber macht nix, dachte Sylvia. Um so besser, dann werde ich nicht unsicher sein. Der Kummer kam wie ein Sturm, die seltsame Haltung, in der Lena dagelegen hatte, ihre kleine Hand auf der klaffenden Wunde im Bauch, und all das Blut. Die tote Lehrerin, die Lena hatte sch\u00fctzen wollen. Und Sylvia weinte bitterlich, wie schon so oft in den Tagen seit dem Amoklauf.<\/p>\n\n\n\n<p>Als sie wieder aufsah, bemerkte Sylvia im Schatten des Altars eine Bewegung. Dort knabberte eine Maus gen\u00fcsslich an einer Hostie. Trotz all der Tr\u00e4nen musste Sylvia lachen. Es war geradezu sinnbildlich daf\u00fcr, wie sie sich f\u00fchlte. Gott war alles egal, Er strafte sogar die, die sich f\u00fcr Ihn bem\u00fchten. Er war wie ein furchtbarer Zorn eines blinden Zufalls, Lena h\u00e4tte gar nicht in dieser Klasse sein sollen, aber jemand war krank geworden, ausgerechnet an diesem Tag, als\u2026 \u201cWenn es Ihm egal w\u00e4re, was mit euch Menschen geschieht, w\u00e4re ich doch wohl kaum hier, meinst du nicht?\u201d Die Maus blickte Sylvia aus ihren stechend grauen Augen durchdringend an. Sylvia sah sich um. Es war niemand hier. Nur sie \u2013 und die Maus. Aber das ist doch nicht m\u00f6glich, dachte sie. \u201cIch glaubte, du w\u00fcrdest es verstehen\u201d, meinte die Maus. \u201cWie sagtest du doch immer zu Lena? Lena-Maus, ist es nicht?\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Sylvias Tr\u00e4nen waren versiegt. Wieso konnte diese Maus sprechen? Und woher wusste sie von Lenas Kosenamen? Die Maus grinste frech. \u201cIch h\u00e4tte auch einfach raten k\u00f6nnen. Soviele M\u00fctter nennen ihre Kinder M\u00e4use, das kann man gar nicht z\u00e4hlen. Wusstest du eigentlich, dass Walt Disney sich genau das zunutze gemacht hat, um seine Zeichentricks popul\u00e4r zu machen?\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Sylvia wurde w\u00fctend. Marketingstrategien waren so ziemlich das letzte, das sie in ihrer Situation besprechen wollte. Und f\u00fcr Sylvia w\u00fcrde es ohnehin keine Kampagnenstrategien mehr geben. Sie wurde damit nicht fertig, dass, auf irgendwelchen verschlungenen Pfaden, ihr Engagement f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge vielleicht dazu beigetragen hatte, den M\u00f6rder ins Land zu holen. Und dann w\u00e4re sie selbst die M\u00f6rderin ihrer Tochter. Sie begann wieder zu weinen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201cLass mich in Ruhe\u201d, br\u00fcllte sie die Maus an. \u201cWenn du meinst, wegen dir l\u00e4cherlicher Figur spring ich nicht, dann hast du dich aber get\u00e4uscht! Du bist sowieso nicht echt, du bist nur ein Produkt meiner Phantasie!\u201d Die Maus nickte ernst. \u201cIch wei\u00df, dass du springen wirst. Das ist es ja, warum ich hier bin. Ich bin\u2026 ein Begleiter. Oder, wenn man so will, ich werde dein Anwalt beim h\u00f6chsten Richter sein. Doch bevor du tust, was nicht mehr zu \u00e4ndern ist, will ich dir etwas zeigen.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Sylvia war klein geworden wie ein Floh. Sie sprang auf die Maus und flog mit ihr durch die Zeit. Sylvia sah den Folterkeller, aber sie sah auch die Knechte des H\u00e4ndlers. Mbeke schrie und schrie und schrie, und endlich verstand Sylvia. Nat\u00fcrlich musste man Mbeke befreien, und das war ja auch geschehen. Aber Mbeke dann nach Europa zu holen, damit war niemandem geholfen. Sein Dorf mit sauberem Wasser und Strom auszustatten, und Mbeke dorthin zur\u00fcck zu bringen, das h\u00e4tte geholfen. Seine Freunde h\u00e4tten gewusst, wie die Wunden seiner Seele zu heilen w\u00e4ren. Was man aber stattdessen getan hatte, hatte eine Katastrophe heraufbeschworen, obwohl doch in bester Absicht gehandelt worden war.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201cGut gemeint ist nicht gut gemacht\u201d, sagte die Maus. \u201cIch bezweifele \u00fcberhaupt nicht, dass du in guter Absicht gehandelt hast. Aber wei\u00dft du, was dir gefehlt hat?\u201d Sylvia dachte nach. Aber sie begriff es nicht. Was sollte man tun, um diesen Menschen zu helfen? Mehr als Mitleid brauchte es doch nicht\u2026 sie sch\u00fcttelte den Kopf.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201cMut\u201d, sagte die Maus. \u201cErkl\u00e4re mir bitte eines. Warum habt ihr nur Mbeke geholfen, aber nicht die Sklavenh\u00e4ndler unsch\u00e4dlich gemacht? Und warum seid ihr nicht gegen die Herren der Kriege aufgestanden, vor denen die Fl\u00fcchtlinge fliehen? Du musst nicht antworten, ich kann es dir sagen: Weil ihr feige wart. Weil es so sch\u00f6n bequem war, f\u00fcr nette Photos zu posieren, und die Gefahr anderen zu \u00fcberlassen. Anderen wie Mbeke.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Sylvia beugte sich vor. \u201cAber wer ein Leben rettet, der rettet die Welt, es steht in der Torah.\u201d Ein sehr dunkler Zug von gro\u00dfem Kummer trat in die Miene der Maus. \u201cDu denkst wirklich, Mbeke w\u00e4re gerettet worden?\u201d Die Maus seufzte. \u201cWann werdet ihr Menschen es endlich verstehen, dass nicht etwas Gottes Gesetz wird, nur weil ihr es sagt. Die H\u00f6lle in Mbeke ist mit jedem Tag schlimmer geworden, aber alles was euch dazu eingefallen ist, waren schreckliche Tabletten, die ihn um den Verstand gebracht haben. Doch selbst wenn Mbeke gerettet worden w\u00e4re, was ist mit den anderen 9999 deren Gl\u00fcck und Freiheit seine Sklavenh\u00e4ndler gefordert haben? Meinst du, ein Mbeke, und schon sind Gott die 9999 egal? Wie kannst du so etwas von Ihm glauben, ich begreife es einfach nicht.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Sylvia stand auf. Das letzte Tor war gefallen, und ihr letzter Rest von Glauben an sich selbst war gerade unter den harten Worten der Maus zu Staub geworden. \u201cWarte noch einen Moment\u201d, sagte die Maus. \u201cIch habe noch ein R\u00e4tsel f\u00fcr dich. Ich denke, du hast nun verstanden, dass ein gutes Herz ohne Mut nicht reicht. Hier also meine Frage.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Doch die Maus musste nicht weitersprechen. Sylvia wandte sich zum Tal. Sie wusste, einer Meute von sensationsgierigen Journalisten entgegenzutreten w\u00fcrde viel, viel schlimmer sein als ein kurzes Schlie\u00dfen der Augen am Abgrund. Aber sie hatte nun auch verstanden, dass sie diesen Mut gegen die Meute w\u00fcrde aufbringen m\u00fcssen. Weil sie es der Maus schuldete. Ihrer Lena-Maus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geschafft! Sie hatte die Wahl zum Ortsvorstand in der Tasche, der Anruf war noch vor dem Fr\u00fchst\u00fcck gekommen. 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