{"id":463,"date":"2021-07-22T13:16:07","date_gmt":"2021-07-22T11:16:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mikambo.de\/?p=463"},"modified":"2022-07-04T08:34:47","modified_gmt":"2022-07-04T06:34:47","slug":"die-insel-im-ozean-des-todes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mikambo.de\/index.php\/2021\/07\/22\/die-insel-im-ozean-des-todes\/","title":{"rendered":"Die Insel im Ozean des Todes"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Auf einer fernen Welt, wo das Licht des Bewusstseins den L\u00f6wen gegeben ist \u2013 weil die Affen sich als zu feige erwiesen hatten<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eOma, mir tut der Hase so leid.\u201c Eine kleine Tr\u00e4ne kullerte aus Elizas Augen, und sie schniefte traurig.<\/p>\n\n\n\n<p>Die alte L\u00f6win sah ger\u00fchrt auf das K\u00e4tzchen. Ihre Enkelin war der Schatz ihrer alten Tage, und von Herzen dankte sie dem Gro\u00dfen J\u00e4ger, dass Er sie mit dem Trost der Ewigkeit gesegnet hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWei\u00dft du, mir tut der Hase auch leid\u201c, sagte sie z\u00e4rtlich, w\u00e4hrend sie das Filetiermesser an ihrer Sch\u00fcrze sauberwischte. \u201eAber es ist unser Schicksal, sein Leben zu nehmen f\u00fcr das unsere, und es ist das seine, als L\u00f6wenspeise zu dienen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\u201eOhne Demut wirst du es nicht verstehen. Was uns schuf, ist so viel gr\u00f6\u00dfer als wir, dass es keine Worte gibt, es zu sagen. Noch ein Staubkorn in einem Quasar ist mehr, als wir es sind im Angesicht des Vaters Der Zeit. Und doch\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Und doch ist Er jedem von uns so nah, in unsere Seelen geschrieben als das Gesetz Unseren Seins. F\u00fcr dich, f\u00fcr mich, und auch f\u00fcr den feinen Hasen hier.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Ofen knackte. Bald w\u00fcrde er hei\u00df genug arbeiten, um den Sonntagsbraten zu beginnen. Die alte L\u00f6win hatte zwar kaum Hunger, sie a\u00df nur noch wenig. Aber sie freute sich schon sehr auf die leuchtenden Augen der Familie, wenn sie das k\u00f6stliche Mahl auftragen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSchau, das All ist ein weiter und schrecklicher Ort. Es ist so kalt dort, dass alles, wirklich alles reiner Stein wird, was ungesch\u00fctzt in ihm ist. Doch in diesem Meer der ewigen Stille bl\u00fcht dennoch der Staub Der Sch\u00f6pfung, und webt am Tuch Des Seins.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Elizas Tr\u00e4nen waren getrocknet. Gebannt sah sie zu ihrer Gro\u00dfmutter auf. Sie liebte es mehr als alles auf der Welt, schon seit sie noch ein Baby war, wenn ihre Nana die Gr\u00f6\u00dfe der Natur erstrahlen lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Oma seufzte leise. Es war noch so viel Arbeit, das Essen auf den Tisch zu bringen. Und doch sp\u00fcrte sie, dass jetzt der Tag gekommen war, dem Kind das Eine zu sagen, das ihm Leitstern sein musste f\u00fcr das ganze Leben. Und wenn der Braten nicht gelingen w\u00fcrde \u2013 dies war das Wichtigste, das sie der Kleinen geben musste, solange sie noch bei ihr sein durfte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEines Tages, es war reiner Zufall, ballte sich der Sch\u00f6pfungsstaub und ward unsere Welt. Stell dir vor, die Kraft dieses Staubes war so gro\u00df, dass sein Wirbeln der ersten Tage bis heute anh\u00e4lt! Obwohl doch Milliarden von Jahren vergangen sind seither\u2026 Noch wundersamer aber ist, dass in diesem Staubklumpen ein magnetischer Eisenkern entstand. Denn dieser manifestiert ein starkes magnetisches Feld weit oben im Himmel, und dieses Feld besch\u00fctzt uns vor der gnadenlosen Strahlung des Weltraums. W\u00fcrde sich unser Planet nicht drehen, oder h\u00e4tte er keinen solchen Kern, g\u00e4be es also kein solches Feld, und nichts und niemand k\u00f6nnte hier leben, die kosmische Strahlung w\u00e4re augenblicklich t\u00f6dlich.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAuch erzeugt ein sich drehender Magnet Strom, er ist ein Generator, und daher kommt auch all die im \u00dcberma\u00df vorhandene freie elektrische Energie, auf der unsere Zivilisation beruht. Aber das ist noch l\u00e4ngst nicht alles. W\u00fcrde die Achse unseres Planeten taumeln, oder im falschen Winkel stehen, so m\u00fcsste die Sonne unsere Welt verbrennen. Wei\u00dft du denn, warum die Erdachse im richtigen Winkel steht, und niemals wankt?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Eliza freute sich, denn das hatte sie in der Schule schon gelernt. \u201eEs ist der Mond, der unseren Planeten h\u00e4lt und sein Gleichgewicht bewahrt\u201c, sagte sie, gl\u00fccklich, ihr Wissen beweisen zu k\u00f6nnen. Sie war sehr flei\u00dfig, und wollte immer alles ganz genau erforschen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDu hast gut aufgepasst\u201c, l\u00e4chelte die alte L\u00f6win, erf\u00fcllt von Stolz auf ihre kluge Enkelin. \u201eDas ist schon der n\u00e4chste riesengro\u00dfe Zufall, dass n\u00e4mlich ein treuer Begleiter in eben der n\u00f6tigen Weise unserer Erde zur Seite kam. Und das geht immer weiter so. Die richtige Mischung und Menge an Sauerstoff und Wasserstoff musste der Erde geschenkt sein schon zu ihrer Geburt, damit die freie Energie das enorme Feuer z\u00fcnden konnte, an dessen Ende Ozeane voll von Wasser waren \u2013 voll von dieser heiligen und magischen Kraft, ohne die kein Leben entstehen und dauern kann.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnd damit dieses Wasser nicht verdampft und auch nicht gefriert, musste unsere Welt in genau dem passenden Abstand zu unserer Sonne sein. Man nennt das habitable Zone. Denn nur wo das Wasser fl\u00fcssig ist, findet das Leben die ihm erforderlichen Bedingungen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAber alles kam perfekt zusammen, hier auf unserem sch\u00f6nen blauen Planeten. Erst bildeten sich Bakterien, sie entstanden einfach so, aus dem Nichts einer Proteinsuppe, aber nat\u00fcrlich war dahinter die waltende Hand Unseres Vaters. Denn Sein Gesetz war auch in den Proteinen, und Dieses Gesetz ist eben solcherart beschaffen, dass Es immer zum Leben strebt\u00a0\u2026 Und der Stoffwechsel der Einzeller und Bakterien erschuf sodann, in Jahrmillionen, unsere Atmosph\u00e4re \u2013 die Luft, die wir atmen und die die Wurzel unserer Kraft ist.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnd immer weiter ging es, in einer g\u00f6ttlichen Symphonie erbl\u00fchte alles weitere Leben, sich gegenseitig tragend und bedingend. Alles ist mit allem verbunden, ein Jedes lebt vom Anderen, und hegt es doch auch. Es ist unbeschreiblich, wie viele Zuf\u00e4lle und F\u00fcgungen sich fanden, damit heute du und ich ein Mittagessen bereiten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAber es gab eine Zeit, da hatten unsere Ahnen dies vergessen. Es ist kaum zu glauben, aber sie verbrannten alles und jedes, um Elektrizit\u00e4t zu gewinnen, obwohl die doch \u00fcberall in schier unersch\u00f6pflichen Mengen zu ernten ist. Und sie wussten das sogar! Aber sie verboten diese Forschung, t\u00f6teten den Entdecker, weil sehr, sehr b\u00f6se Seelen sich dem Dunkel ergeben hatten, und nur noch immer mehr Geld und Macht wollten. Ein Z\u00e4hler musste deshalb an den Strom, um ihn zu verrechnen, und daf\u00fcr war ihnen sogar verpestete Luft egal.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDoch diese Dummen taten noch so viel mehr, um den Scho\u00df des Lebens zu qu\u00e4len. Sie bombardierten alles mit enormer Strahlung, und damit sie diese Strahlung besser richten konnten, bliesen sie Tonnen von hochgiftigen Schwermetallen und Plastik in die Luft.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSogar am Bauplan des Lebens selbst wollten sie herumspielen, sich \u00fcber Gott erheben \u2013 ohne auch nur im Mindesten zu verstehen, in welch ultrafeinem Uhrwerk sie wie die Kleinkinder alles sinnlos durcheinander warfen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs w\u00e4re um ein Haar nicht nur unser Ende gewesen, sondern das Ende allen Lebens auf dieser Welt. Freilich w\u00e4re das Leben wiedergekehrt, dieser Planet ist nun einmal als Mutter gemacht vom Ewigen H\u00fcter. Aber Jahrmilliarden h\u00e4tte das dauern k\u00f6nnen, und w\u00e4re unsere Sonne dann noch jung genug gewesen?<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWei\u00dft du, heutzutage fliegen wir zu den Sternen, besuchen andere Galaxien, aber immer und \u00fcberall singen wir das Lied der Gnade, und unser erstes Gesetz ist die Demut.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDamals aber\u2026 wir waren so bl\u00f6de, brutal und gemein. Und nahmen das Wunder das Lebens als selbstverst\u00e4ndlich hin, als w\u00e4re es nur Sand am Meer.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDeshalb h\u00fcte dich vor der Hybris, mein Kind, so sehr du es vermagst. Was immer du erforscht, und wie verlockend es auch sei \u2013 bedenke nicht nur seinen Nutzen. Sondern zuerst und als Wichtigstes: den Schaden, der ihm innewohnen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDies ist die ewige Verantwortung, die du dem Sch\u00f6pfer schuldest. Sie ist der Dank f\u00fcr Seine Gnade des Lichtes deiner Seele.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf einer fernen Welt, wo das Licht des Bewusstseins den L\u00f6wen gegeben ist \u2013 weil die Affen sich als zu feige erwiesen hatten \u201eOma, mir tut der Hase so leid.\u201c Eine kleine Tr\u00e4ne kullerte aus Elizas Augen, und sie schniefte traurig. Die alte L\u00f6win sah ger\u00fchrt auf das K\u00e4tzchen. 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